Grand Theft Auto 6 erscheint nächsten Monat und Rockstar Games lenkt die Aufmerksamkeit gerade weg von der offenen Welt Leonidas – hin zu den Figuren, die sie bewohnen. Die Diskussion um die Technik, das neue Vice City und die Details der Spielwelt läuft seit Monaten, doch die Story dürfte am Ende genauso wichtig sein. Vor allem die Frage, warum die beiden Hauptfiguren so handeln, wie sie handeln.
Kein Statement, sondern Umstände
Rupert Humphries, Senior Vice President of Narrative bei Rockstar Games, hat sich in einem Interview zu Jason Duval geäußert. Auf die Frage, ob Jasons Vorgeschichte – er diente unter anderem in der Army – als Kommentar zu Klassenfragen und fehlender sozialer Mobilität gedacht ist, antwortete er klar: „Wir wollten mit Jasons Backstory kein Statement abgeben.“
Dass Jason im Drogenhandel landet und Banken überfällt, begründet Humphries mit seinen „materiellen Umständen“. Wie stark diese Umstände seine Entscheidungen wirklich bestimmen, überlässt Rockstar bewusst dir: „Ein großer Teil davon liegt bei den Spielern – ob er das tun muss oder ob es eine Entscheidung ist, weil er anders verdrahtet ist als andere Menschen.“
Jasons Weg nach Leonida
Die Biografie erklärt zumindest, wie Jason in seiner aktuellen Lage gelandet ist. Er wuchs im Umfeld von Kriminellen auf, ging zur Army, um seine problematischen Teenagerjahre hinter sich zu lassen – und kehrte am Ende doch in die Leonida Keys direkt vor Vice City zurück, wo er heute für lokale Drogenkuriere arbeitet. Das klingt nach jemandem, der mit seiner Vergangenheit abschließen wollte, es aber nie ganz geschafft hat. Wie Jason selbst seine Situation sieht, lässt das Interview offen. Erste Eindrücke von ihm gab es bereits über einen Leak, über den wir separat berichtet haben.
Warum „wired differently“ für Diskussionen sorgt
Besonders viel Aufmerksamkeit zieht die Formulierung „anders verdrahtet“ auf sich. Teile der Community lesen daraus, dass Jason der erste neurodivergente Protagonist der Reihe sein könnte – Argumente dafür sind sein monotoner Tonfall, über den seit dem ersten Trailer gestritten wird, und sein teils unbeholfenes Auftreten im Extended Look auf Netflix. Belegt ist davon nichts. Andere nehmen das Wort „wired“ als Hinweis darauf, dass Jason ein verdeckter Cop sein könnte – eine alte Theorie, die mit jedem neuen Detail unwahrscheinlicher wirkt.
Jason und Lucia als Gegenpole
Interessant wird Jasons Hintergrund vor allem im Kontrast zu Lucia Caminos. Rockstar beschreibt Jason als jemanden, der ein einfaches Leben will, während alles um ihn herum komplizierter wird. Lucia dagegen will sich aktiv eine bessere Zukunft aufbauen. Wie diese beiden Haltungen ihre kriminelle Partnerschaft prägen, zeigt erst das fertige Spiel – klar ist aber, dass Jasons Entscheidungen nicht immer so eindeutig sein dürften, wie sie auf den ersten Blick wirken.
Mehr zu GTA 6
Weitere Details zur Welt findest du in unseren Artikeln zu den Radiosendern und zu den Social-Media-Feeds in Vice City. Alles Weitere sammeln wir laufend in den GTA News.
FAQ
Jason Duval ist einer der beiden Protagonisten von GTA 6. Er wuchs im Umfeld von Kriminellen auf, diente in der Army und arbeitet inzwischen in den Leonida Keys vor Vice City für lokale Drogenkuriere.
Die Formulierung stammt von Rockstars Narrative-Chef Rupert Humphries. Er lässt damit offen, ob Jason aus Not handelt oder weil er von Grund auf anders tickt als andere – die Deutung liegt bei dir als Spieler.
Beides sind reine Community-Theorien. Rockstar hat weder bestätigt, dass Jason neurodivergent ist, noch dass er verdeckt für die Polizei arbeitet.
Rockstar beschreibt Jason als jemanden, der ein einfaches Leben will, während die Lage immer schwieriger wird. Lucia will sich dagegen aktiv eine bessere Zukunft aufbauen.
Grand Theft Auto 6 erscheint laut Rockstar Games nächsten Monat.

