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Warum The Elder Scrolls nie ein New Vegas bekam: Todd Howard sei „very protective“

Warum The Elder Scrolls nie ein New Vegas bekam: Todd Howard sei „very protective“

Fallout: New Vegas gilt bis heute als Beispiel dafür, dass ein externes Studio eine Bethesda-Marke übernehmen und daraus etwas Eigenes machen kann. Bei The Elder Scrolls ist so etwas nie passiert – und jetzt gibt es dafür eine Erklärung von jemandem, der jahrzehntelang mitten in der Serie steckte. Kurt Kuhlmann, langjähriger Bethesda-Entwickler und Loremaster der Reihe, sagt in einem längeren Podcast-Interview: Die Entscheidung lag vor allem bei Executive Producer Todd Howard.

Wer ist Kurt Kuhlmann?

Kuhlmann kam 1996 zu Bethesda Softworks, sein erstes Projekt war The Elder Scrolls II: Daggerfall. Kurz nach dessen Release arbeitete er als einer der wichtigsten Autoren an The Elder Scrolls Adventures: Redguard und schrieb den Pocket Guide to the Empire, 1st Edition – das Booklet, das den physischen Kopien beilag und einen großen Teil der Lore-Grundlagen legte, die bis heute genutzt werden.

1998 verließ er die Firma, 2003 kam er für die Arbeit an The Elder Scrolls IV: Oblivion zurück. Bei Bethesda blieb er dann bis 2023: Er co-leitete die Entwicklung von Skyrim und war außerdem an Fallout 3, Fallout 4, Fallout 76 und Starfield beteiligt. Wenn du wissen willst, was rund um das Spiel aktuell passiert, findest du bei uns alle Skyrim News gesammelt.

Der Grund: eine gespaltene Fanbase

Auf die Frage, warum Bethesda nie ein Elder-Scrolls-Spinoff im Stil von Fallout: New Vegas angeschoben hat, verweist Kuhlmann auf die Folgen genau dieses Spiels. Nach seiner Einschätzung hat New Vegas die Fallout-Community gespalten – ein Teil der Fans sei danach der Meinung gewesen, Obsidian Entertainment solle die Reihe komplett übernehmen. Er wisse nicht, ob Todd Howard „diese Situation für The Elder Scrolls noch einmal erschaffen wollte“.

Dazu kommt laut Kuhlmann Howards Verhältnis zur Marke selbst: Howard sei, so seine Erfahrung aus der langen Zeit im Studio, „very protective“ gegenüber dem Elder-Scrolls-IP. Kuhlmann deutet damit an, dass Howard die Serie schlicht nicht in die Hände eines anderen Studios geben wollte.

Warum es so lange kein neues Elder Scrolls gab

Kuhlmann hat noch eine zweite Theorie, diesmal zum Tempo der Hauptreihe. Bethesda habe es mit einem neuen Elder Scrolls nicht besonders eilig gehabt, weil man im Studio davon ausgegangen sei, dass The Elder Scrolls Online mit seinen laufenden Erweiterungen und Updates ohnehin genug Inhalte liefere.

Interessant ist die Aussage auch vor dem Hintergrund der aktuellen Konzernstruktur: Obsidian Entertainment wurde nach der letzten Entlassungsrunde bei Xbox organisatorisch Bethesda zugeordnet. Ein Elder-Scrolls-Spinoff wird dadurch trotzdem nicht wahrscheinlicher – Obsidian arbeitet bestätigt an einem völlig neuen Fallout-Spiel, und Bethesda selbst steckt weiterhin in der Entwicklung von The Elder Scrolls 6.

Starfield 2? Kuhlmann wäre „very surprised“

Im selben Interview ging es auch um einen möglichen Nachfolger zu Starfield aus dem Jahr 2023. Kuhlmann ist da deutlich: Das Original sei „nicht annähernd erfolgreich genug für ein Starfield 2“ gewesen, und er wäre „very surprised“, wenn ein Sequel jemals gemacht würde.

Zu seinem eigenen Abgang nach rund zwei Jahrzehnten hatte Kuhlmann bereits früher in diesem Jahr in einem Interview mehr gesagt: Seine Führungsrolle sei mit dem Wachstum von Bethesda immer stärker managerial und immer weniger praktisch geworden. Dieses Wachstum habe am Ende zu Kommunikationsproblemen und zu Entscheidungen geführt, mit denen er nicht einverstanden war.

Was das für dich bedeutet

Kurzfristig ändert die Aussage nichts an den Spielen, die du auf der Platte hast – sie erklärt aber, warum die Lücke zwischen den Elder-Scrolls-Teilen so lange von Mods und Community-Projekten gefüllt wurde statt von einem offiziellen Spinoff. Wer Skyrim heute noch spielt, schaut dafür eher in Richtung Modding-Szene: Über eine besonders ambitionierte Gratis-Erweiterung haben wir im Artikel zu King of the Murkmire geschrieben.

FAQ

Wer ist Kurt Kuhlmann?

Ein ehemaliger Bethesda-Entwickler und Loremaster der Elder-Scrolls-Reihe. Er war von 1996 bis 1998 und dann wieder von 2003 bis 2023 im Studio, co-leitete die Entwicklung von Skyrim und arbeitete an Daggerfall, Redguard, Oblivion, Fallout 3, Fallout 4, Fallout 76 und Starfield.

Warum gab es nie ein Elder-Scrolls-Spinoff wie Fallout: New Vegas?

Laut Kuhlmann lag die Entscheidung vor allem bei Todd Howard. New Vegas habe die Fallout-Fanbase gespalten, und Howard sei gegenüber dem Elder-Scrolls-IP „very protective“ – ein Spinoff von einem anderen Studio war deshalb offenbar nicht gewollt.

Könnte Obsidian jetzt ein Elder Scrolls machen?

Danach sieht es nicht aus. Obsidian wurde nach der letzten Xbox-Entlassungsrunde zwar Bethesda zugeordnet, arbeitet aber bestätigt an einem neuen Fallout-Spiel.

Kommt Starfield 2?

Kuhlmann hält das für unwahrscheinlich. Das erste Spiel sei „nicht annähernd erfolgreich genug“ für einen Nachfolger gewesen, und er wäre „very surprised“, wenn ein Sequel entstünde.

Warum hat Kuhlmann Bethesda verlassen?

Seine Rolle wurde mit dem Wachstum der Firma immer mehr zur Managementaufgabe und immer weniger praktische Entwicklungsarbeit. Dazu kamen Kommunikationsprobleme und Entscheidungen, die er nicht unterstützte.

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