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YouTube löscht Kanal mit 190.000 Abos wegen Hellraiser: Revival

YouTube löscht Kanal mit 190.000 Abos wegen Hellraiser: Revival

Ein Let’s Play kann dich im schlimmsten Fall zehn Jahre Arbeit kosten. Genau das ist dem französischen Creator und Streamer J0nathan passiert: Sein YouTube-Kanal mit rund 190.000 Abonnenten wurde dauerhaft gesperrt, nachdem er ein Gameplay-Video zu Clive Barker’s Hellraiser: Revival hochgeladen hatte.

Schwarze Balken reichten YouTube nicht

Nach eigener Aussage hat J0nathan die Nacktheit in den Eröffnungsszenen des Spiels mit schwarzen Kästen abgedeckt. Trotzdem stufte YouTube das Video als Verstoß gegen die Richtlinie zu Sex und Nacktheit ein. In der Antwort auf seinen Einspruch bekam er die Standardbegründung: Explizite Inhalte, die der sexuellen Befriedigung dienen, seien auf der Plattform nicht erlaubt – und die Entscheidung bleibe bestehen.

Das Video hatte er zwar als „Not Made for Kids“ markiert, aber keine Altersbeschränkung gesetzt. Seine Begründung: Der Rest des Spiels sei ein normaler Horrortitel in der Art von Resident Evil gewesen, und er sei davon ausgegangen, dass YouTube im Zweifel – wie sonst auch – einfach nachträglich eine Altersfreigabe setzt.

Worum es in der Szene geht

Hellraiser: Revival stammt vom Space-Marine-2-Entwickler Saber Interactive und startet mit einer expliziten Sexszene inklusive einer oben ohne gezeigten Frau und BDSM-Elementen. Danach läuft die männliche Figur eine Weile unbekleidet herum. Die Szene ist deutlich, gleichzeitig aber der Auslöser für die gesamte Handlung, die danach folgt. Mehr Meldungen zum Spiel sammeln wir in unserer Übersicht zu Hellraiser.

Für J0nathan besonders bitter: Unzensierte Aufnahmen derselben Szene liegen laut ihm weiterhin auf anderen YouTube-Kanälen – gelöscht wurde ausgerechnet seine zensierte Version.

Einspruch im Minutentakt abgelehnt

Der Creator beschreibt den Beschwerdeweg als weitgehend automatisiert: Sein erster Einspruch sei innerhalb weniger Minuten abgelehnt worden, Support-Accounts in sozialen Netzwerken antworteten mit einer Textbaustein-Nachricht, man habe den Fall geprüft und halte an der Entscheidung fest. Er zweifelt daran, dass überhaupt ein Mensch den Fall angesehen hat – gerade weil identische, unzensierte Clips online bleiben.

Mit der Sperre verschwanden nach seinen Angaben zehn Jahre Arbeit und über 3.000 Videos, dazu seine Haupteinnahmequelle. Vorher habe es nie Probleme gegeben: keine Verwarnungen, keine Strikes. Einen Zweitkanal besitzt er zwar, traut sich aber nicht, ihn zu nutzen – YouTube untersagt gesperrten Nutzern den Betrieb weiterer Kanäle, er riskiert also auch den zweiten Account. Kontakte zu anderen Creators und E-Mails sowie Erwähnungen des Entwicklers auf X hätten bislang nichts gebracht.

Saber hatte vorab gewarnt

Saber Interactive hatte sich noch vor dem Release an Creators gewandt, die Demonetarisierung oder Kanallöschungen befürchteten. Die Empfehlung des Studios: Streams und Videos konsequent mit passenden Altersbeschränkungen, Labels für sexuelle Themen und weiteren Plattform-Werkzeugen versehen. Man müsse sich an die Community-Richtlinien der jeweiligen Plattform halten. Einen „streamer mode“ gibt es laut Saber nicht – Kontext und Absicht hinter dem Content seien deshalb entscheidend.

Was das für dich als Creator bedeutet

  • Eigene Zensur per schwarzem Balken ist keine Garantie dafür, dass YouTube ein Video durchwinkt.
  • Das Label „Not Made for Kids“ ersetzt keine Altersbeschränkung – beides sind getrennte Einstellungen.
  • Bei Spielen mit expliziten Szenen lohnt es sich, die Hinweise des Entwicklers zu Labels und Altersfreigaben ernst zu nehmen.
  • Wer gesperrt wird, darf keinen Ersatzkanal betreiben, sonst droht auch dort die Löschung.

FAQ

Warum wurde der Kanal von J0nathan gesperrt?

YouTube wertete sein Gameplay-Video zu Clive Barker’s Hellraiser: Revival als Verstoß gegen die Richtlinie zu Sex und Nacktheit. Die Sperre ist nach seinen Angaben dauerhaft.

Hatte er die Szenen nicht zensiert?

Doch. Er deckte die Nacktheit in den Eröffnungsszenen mit schwarzen Kästen ab und setzte das Label „Not Made for Kids“, verzichtete aber auf eine Altersbeschränkung.

Wie groß war der Kanal?

Zum Zeitpunkt der Sperre hatte er rund 190.000 Abonnenten und über 3.000 Videos, die über zehn Jahre entstanden sind.

Kann er einfach einen neuen Kanal starten?

Nein. YouTube verbietet gesperrten Nutzern den Betrieb weiterer Kanäle. Er besitzt zwar einen Zweitkanal, würde bei dessen Nutzung aber riskieren, auch diesen zu verlieren.

Was empfiehlt Saber Interactive den Creators?

Das Studio rät dazu, Streams und Videos mit passenden Altersbeschränkungen, Labels für sexuelle Themen und weiteren Plattform-Tools zu kennzeichnen. Einen „streamer mode“ gibt es im Spiel nicht.

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