Grand Theft Auto 5 war für kurze Zeit direkt im Webbrowser spielbar. Videos davon verbreiteten sich gestern über soziale Netzwerke, inzwischen ist die Website des Projekts allerdings offline – laut Berichten hat der Hosting-Dienst Cloudflare eingegriffen.
Der Betreiber der Seite fragte danach öffentlich, wer den Source Code haben möchte. Das Projekt ist damit zwar vom Netz, aber nicht zwingend aus der Welt.
Teil einer ganzen Welle von KI-Projekten
Der Fall ist kein Einzelfall, sondern Teil einer regelrechten Explosion von KI-gestützten Spielen im Internet. Erst letzte Woche schickte Bethesda ein Cease and Desist, um das KI-generierte Fan-Projekt Fallout: New York zu stoppen – ebenfalls im PC-Browser spielbar. Dieses Projekt wurde mit Claude Opus 5.5 gebaut, und es wirkt wahrscheinlich, dass der PC-Build von GTA 5 ähnlich entstanden ist.
Dazu kam ebenfalls letzte Woche die originale Xbox-Fassung von Halo: Combat Evolved, die im Browser lief. Dabei handelte es sich nicht um einen Port von Bungies Shooter aus dem Jahr 2001, sondern tatsächlich um das Original-Xbox-Spiel, das in deinem Browser ausgeführt wurde.
Was das für dich als Spieler bedeutet
Die Popularität dieser KI-gebauten Klone und abgeleiteten Spiele ist unbestreitbar: Screenshots und Gameplay-Videos werden breit geteilt, die Reaktionen vieler Fans sind begeistert. Gleichzeitig dürften Rechteinhaber wie Rockstar und Bethesda in solchen Projekten vor allem Piraterie sehen – beim GTA-5-Port ganz besonders. Für dich heißt das: Solche Seiten können jederzeit wieder verschwinden, oft innerhalb von Stunden.
Dass Take-Two bei Fan-Projekten konsequent durchgreift, ist nichts Neues – wir haben darüber schon beim gestoppten Switch-Port berichtet. Wie die rasante KI-Entwicklung insgesamt eingebremst wird und wie KI-Versionen populärer Spiele künftig kontrolliert werden sollen, bleibt offen. Bislang spielen Publisher eher Whack-a-Mole, sobald ein prominentes Beispiel auftaucht.
Die Debatte: Zukunft der Spieleentwicklung?
KI macht das Reverse Engineering und die Rekompilierung – traditionell ein extrem mühsamer Prozess – deutlich schneller. Manche fragen deshalb schon, wie die Zukunft kommerzieller Spieleentwicklung aussieht. Warum eine Switch 2 kaufen, wenn eine KI dir einen Klon eines Nintendo-Exklusivtitels kostenlos im Browser generiert?
Andere halten dagegen: Keiner dieser „Game-Merging“-Mods oder Klone zeigt echte Kreativität oder neue Ideen. Sie nehmen bestehende, populäre Spiele und mischen sie zusammen – oder replizieren schlicht etwas, das woanders schon besser spielbar ist.
Die eigentliche Frage für Rockstar und Mutterkonzern Take-Two lautet jetzt: Wie lange dauert es, bis GTA 6 im Browser spielbar gemacht wird – und was kann man dagegen tun?
Wohin als Nächstes
Rund um Rockstars nächsten Großangriff haben wir mehrere Artikel: zum neuen Wettersystem, zur Entscheidung, dass GTA 6 ohne Online-Modus startet, und alle weiteren Meldungen findest du gesammelt in unseren GTA News.
FAQ
Nein. Die Website, über die das Spiel im Browser lief, ist inzwischen offline. Berichten zufolge hat der Hosting-Dienst Cloudflare eingegriffen.
Genau bekannt ist das nicht. Das vergleichbare Projekt Fallout: New York entstand mit Claude Opus 5.5, und es wirkt wahrscheinlich, dass der PC-Build von GTA 5 ähnlich kompiliert wurde.
Dazu liegt keine Aussage von Rockstar vor. Bekannt ist bislang nur, dass die Seite offline ist und Cloudflare eingeschritten sein soll. Bei Fallout: New York war es Bethesda, die ein Cease and Desist verschickte.
Ja. Neben Fallout: New York war in der Vorwoche die originale Xbox-Version von Halo: Combat Evolved im Webbrowser spielbar – kein Port, sondern das Originalspiel im Browser.
Offen. Die Frage für Rockstar und Take-Two ist, wie lange es dauert, bis auch GTA 6 im Browser landet, und welche Mittel sie dagegen haben.

