Du willst eine Welt, die auch dann läuft, wenn der Host schläft, und in die deine Freunde von PC, Xbox, PS5 und Switch 2 einsteigen? Dann brauchst du einen dedizierten Server. Diese Anleitung folgt dem offiziellen Weg von Iron Gate: Installation über Steam, Anpassen der Startdatei, Crossplay mit dem Parameter -crossplay, warum du dann keine Ports freigeben musst und wie du Admins und Whitelist einrichtest.
Was ein dedizierter Server ist und wann du ihn brauchst
Ein dedizierter Server ist eine eigene Anwendung, die deine Valheim-Welt ohne laufendes Spiel bereithält. Niemand muss eingeloggt sein, damit die Welt existiert, und deine Freunde kommen rein, wann sie wollen. Iron Gate betreibt keine offiziellen Server, du hostest also selbst: auf deinem PC, einem gemieteten Rechner oder bei einem Hoster.
Valheim ist für 1 bis 10 Spieler gemacht, und Server sind auf 10 Spieler begrenzt. Spielt deine Gruppe immer gemeinsam, reicht es, direkt aus dem Spiel zu hosten und einen Join-Code zu teilen. Ein dedizierter Server lohnt sich, wenn ihr zu unterschiedlichen Zeiten spielt oder die Welt nicht an einem einzigen PC hängen soll. Wie das Zusammenspiel über Plattformen grundsätzlich funktioniert, liest du im Artikel zu Valheim Crossplay.
Installation über Steam
- Öffne deine Steam-Bibliothek.
- Setz im Bibliotheksfilter den Haken bei Tools, damit Werkzeuge angezeigt werden.
- Such Valheim Dedicated Server und klick auf Installieren.
Hast du das Spiel aus dem Microsoft Store, läuft es anders. Dort startest du den Server über StartHeadlessServer.bat im Ordner C:XboxGamesValheimContentServer, und daneben liegt ein Handbuch, das du lesen solltest.
Die Startdatei anpassen
Alle Servereinstellungen stehen in der Startdatei: start_headless_server.bat unter Windows, start_server.sh unter Linux.
Bearbeite nicht das Original. Steam überschreibt es bei jedem Update, und deine Einstellungen sind weg. Leg eine Kopie an, benenn sie um und bearbeite diese. Der Haken: Die Kopie startest du nicht über den Spielen-Button in Steam, sondern direkt per Doppelklick. Ein kleiner Preis dafür, dass dir kein Update die Konfiguration zerschießt.
Der Server läuft, sobald im Log „Game server connected“ steht. Beende ihn mit Strg+C im Serverfenster, nicht über das X.
Startparameter
Die Parameter schreibst du hinter den Befehl in der Startdatei. Das sind die aus der offiziellen Anleitung:
| Parameter | Was er festlegt |
|---|---|
-name | Servername |
-port | Port, Standard 2456. Der Server nutzt den Port und Port+1, also 2456–2457 |
-world | Name der Welt |
-password | Serverpasswort |
-savedir | Ordner, in dem die Welt gespeichert wird |
-public 1 / -public 0 | Eintrag in der öffentlichen Serverliste an oder aus |
-logFile | Datei für das Log |
-saveinterval | Speicherintervall, Standard 1800 Sekunden |
-backups | Anzahl der Backups, Standard 4 |
-backupshort / -backuplong | Kurzes und langes Backup-Intervall, Standard 7200 und 43200 Sekunden |
-crossplay | Schaltet Crossplay über das PlayFab-Backend ein |
-instanceid | ID der Serverinstanz |
-preset | Voreinstellung für die Welt |
-modifier | Passt einzelne Weltregeln an |
-setkey | Schaltet einen bestimmten Welt-Schalter ein |
Voreinstellungen und Modifikatoren
Mit -preset wählst du Normal, Casual, Easy, Hard, Hardcore, Immersive oder Hammer. Feiner geht es mit -modifier für die Bereiche Combat, DeathPenalty, Resources, Raids und Portals; die erlaubten Werte je Bereich stehen in der offiziellen Anleitung. -setkey schaltet einzelne Schalter ein: nobuildcost, playerevents, passivemobs und nomap.
Wo der Server die Welt speichert
Ohne -savedir liegt die Welt im Standardordner: unter Windows %USERPROFILE%/AppData/LocalLow/IronGate/Valheim, unter Linux ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim. Im selben Ordner bearbeitest du auch die Admin- und Bannlisten.
Crossplay: der Parameter -crossplay und die Ports
Das ist die wichtigste Entscheidung der ganzen Einrichtung. Der Server kann auf zwei Backends laufen, und davon hängt ab, wer beitreten kann und was du am Router tun musst.
Mit -crossplay | Ohne -crossplay | |
|---|---|---|
| Backend | PlayFab | Steam |
| Wer beitreten kann | Spieler aller Plattformen | Nur Steam-Spieler |
| Portfreigabe | Nicht nötig, der Verkehr läuft über ein Relay | Nötig, Standard 2456–2457 |
Mit -crossplay läuft der Verkehr über ein Relay, du gibst also keine Ports frei. Deine Mitspieler müssen sich dann aber über öffentliche IP und Port, den Join-Code oder die Serverliste verbinden, nicht über eine lokale IP. Der Port dient in diesem Modus vor allem dazu, mehrere Server auf einer IP zu unterscheiden.
Per Join-Code tritt ein Freund bei, indem er unter Join Game auf Add server geht und den Code einfügt. Xbox-Spieler kommen auf einen dedizierten Server, wenn Crossplay sowohl am Server als auch an ihrer Konsole aktiviert ist. Manchmal muss man zusätzlich die Jugendschutzeinstellungen der Xbox anpassen.
Ohne -crossplay läuft der Server auf dem Steam-Backend. Dann sehen ihn nur Steam-Spieler, und du musst die Ports 2456–2457 im Router freigeben.
Admins, Bans und Whitelist
Drei Textdateien im Speicherordner regeln die Rechte:
adminlist.txtfür Admins,bannedlist.txtfür gebannte Spieler,permittedlist.txtals Whitelist.
In jede Datei kommt eine Platform User ID pro Zeile im Format [Platform]_[User ID], Groß- und Kleinschreibung zählt. Deine ID findest du im Serverlog oder im Spiel im Panel, das du mit F2 öffnest. Vorsicht bei permittedlist.txt: Sobald dort eine ID steht, lässt der Server alle anderen nicht mehr rein.
Mit Version 1.0 kamen außerdem neue IDs wie V_123456789. Ältere Server haben IDs wie Steam_123456789 in ihren Listen. Patch 1.0.12 hat dafür gesorgt, dass Bannliste und Whitelist auch mit den alten IDs funktionieren, du musst sie nach dem Umstieg auf 1.0 also nicht umschreiben.
Als Admin nutzt du dann in der Konsole im Spiel (F5) die Befehle kick, ban, unban und banned. Wie du die Konsole aktivierst und was sie sonst kann, steht im Guide zu den Konsolenbefehlen.
Linux und Docker
Unter Linux braucht der Server die Pakete libatomic1, libpulse-dev und libpulse0. Mindestens nötig sind GLIBC_2.29 und GLIBCXX_3.4.26. Hat deine Distribution diese Versionen nicht, startest du den Server über das mitgelieferte Docker-Skript docker_start_server.sh.
Server-Fixes seit 1.0
Patch 1.0.14 vom 17. September 2026 hat zwei Fehler behoben, die jeden treffen konnten, der auf einem fremden Server spielt. Beim manuellen Speichern auf einem Server, den jemand anderes hostet, wurde der Charakter nicht gespeichert, und ein Cache-Fehler hat Verbindungen zu entfernten Servern verhindert. Hat das Verbinden nach dem Release gehakt, aktualisiere Server und Spiel. Die übrigen Änderungen findest du in den Neuerungen zu 1.0, alle Guides zum Spiel in der Valheim-Übersicht.
Die vollständige offizielle Anleitung auf Englisch ist Iron Gates A Guide to Dedicated Servers.
FAQ
Füg der Startdatei den Parameter crossplay hinzu (mit Bindestrich davor). Der Server läuft dann auf dem PlayFab-Backend, Spieler aller Plattformen können beitreten, und du brauchst keine Portfreigabe.
Standard ist Port 2456, dazu nutzt der Server den nächsten, also 2456–2457. Freigeben musst du sie nur beim Steam-Backend, mit Crossplay läuft der Verkehr über ein Relay.
Trag deine Platform User ID in die Datei adminlist.txt im Speicherordner ein, eine ID pro Zeile. Die ID findest du im Serverlog oder im Spiel im Panel F2, Groß- und Kleinschreibung zählt.
Nein, auf der Xbox läuft kein dedizierter Server. Von der Xbox aus kannst du aber beitreten, wenn Crossplay am Server und an der Konsole aktiviert ist.
Bis zu 10. Diese Grenze gilt für alle Valheim-Server.
Stand der Angaben: 26. September 2026.

