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Apex Legends: EA zieht Bilanz aus den Ranked-Tests – Solo-Queue-Zwang kommt nicht

Apex Legends: EA zieht Bilanz aus den Ranked-Tests – Solo-Queue-Zwang kommt nicht

In der Season Overclocked hat EA zwei zeitlich begrenzte Eingriffe ins Ranked-Matchmaking von Apex Legends getestet. Beide zielten auf dasselbe Problem: Es fühlt sich schlecht an, wenn du auf ein eingespieltes Premade-Squad aus Topspielern triffst, deren Rang weit über deinem liegt. Jetzt hat EA die Ergebnisse veröffentlicht – und keiner der beiden Tests wird dauerhaft übernommen.

Das Problem: Premades gewinnen deutlich häufiger

Die Zahlen aus dem Ranked sind eindeutig. Ein Squad mit einem Premade-Duo plus einem Solo-Fill gewinnt laut EA 19 % häufiger als ein Trio aus drei Solospielern. Ein komplettes Premade-Trio gewinnt 17 % häufiger. Und genau dort, wo man es erwartet, ballt sich das Verhalten: 85 % aller Masters-Squads sind Premade-Dreierteams.

Koordination ist also ein Vorteil, den die RP-Zahl überhaupt nicht abbildet. Genau das wollten die beiden Tests angehen.

Die zwei Tests im Überblick

  • Test 1 – Premade-Tier-Beschränkung: Du konntest weiterhin mit Freunden spielen, aber nur noch mit Leuten innerhalb eines Tiers statt zwei. Damit sollten breit gemischte Squads keine Spieler mehr aus niedrigeren Tiers in hohe Lobbys ziehen.
  • Test 2 – reine Solo-Queue: Diamond-, Master- und Predator-Spieler wurden auf Solo-Queue festgelegt. An der Spitze gab es also gar keine Premades mehr.

Gemessen wurde zweierlei: ob die Matchqualität tatsächlich besser wird und wie sich die Änderung beim Spielen anfühlt.

Test 1: kleiner Effekt für eine sehr kleine Gruppe

Diamond-Spieler trafen auf rund 8 % weniger Diamond-Gegner und rund 8 % mehr Platinum-Gegner. In Platinum-Lobbys tauchten entsprechend mehr Diamonds auf. Außerhalb dieser beiden Tiers änderte sich praktisch nichts.

Eine kleine Verbesserung für einen schmalen Ausschnitt der Spielerschaft war EA die Einschränkung für alle anderen nicht wert. Die Ein-Tier-Grenze wird deshalb vorerst nicht dauerhaft eingeführt.

Test 2: mechanisch funktioniert, gefühlt schlechter

Die Premade-Dreierstacks an der Spitze verschwanden – der Rest lief aber nicht wie erhofft.

Wer gewinnt, blieb gleich

Wären die Matches dadurch ausgeglichener geworden, hätte der Abstand zwischen den stärksten Squads einer Lobby und dem Rest schrumpfen müssen. Tat er aber kaum. In Diamond blieb die Verteilung der Matchergebnisse praktisch unverändert, in Masters sank die Winrate der Topsquads leicht, doch die Lücke zwischen den besten 10 und den schlechtesten 10 Teams lag weiterhin bei 9 %. Das beste Squad der Lobby gewinnt eben – ob es gemeinsam in die Queue gegangen ist oder nicht.

Du hast Topspieler öfter gesehen, nicht seltener

Das war das überraschendste Ergebnis. Kurz zur Funktionsweise: Der Matchmaker zieht 60 verfügbare Spieler mit ähnlichem RP in eine Lobby, sortiert sie nach RP und teilt die Liste in Drittel. Jedes Squad bekommt einen Spieler aus dem oberen, einen aus dem mittleren und einen aus dem unteren Drittel.

Als Masters und höher nicht mehr gemeinsam queuen durften, verschwanden diese Spieler nicht aus der Lobby – sie wurden stattdessen einzeln auf die Squads verteilt. Statt einiger weniger Stacks enthielten plötzlich viel mehr Squads einen Topspieler. Für dich als Diamond-Spieler bedeutete das: mehr Matches mit einem Master oder Predator darin als vorher.

Dazu kommt die Anzeige vor dem Match. Ein Squad mit einem Masters-Spieler und ein Squad mit drei Predators sehen dort aktuell identisch aus. Zwei Partien mit exakt derselben Gegnerverteilung (6 Predators, 36 Masters, 18 Diamonds) wirkten dadurch völlig unterschiedlich – auf dem Bildschirm war einfach mehr Rot zu sehen. An dieser Darstellung will EA weiter arbeiten.

Die sozialen Ranked-Spieler blieben weg

Die Return Rate misst, wie viele Spieler während des Tests zu Apex zurückkehrten, nachdem sie kurz davor aktiv waren. Am schwächsten fielen die Werte bei Diamond-Spielern und darüber aus, die sonst im Duo oder Trio unterwegs sind. Das waren keine Gelegenheitsspieler, sondern einige der engagiertesten Leute überhaupt – und ihr Ranked-Konsum brach im Testzeitraum ein.

Genau das ist für EA nicht akzeptabel: Ranked-Matchmaking wird besser, je mehr Spieler auf jedem Skill-Level in der Queue stehen. Mehr Spieler heißt engere Bänder, kürzere Wartezeiten und knappere Matches. Ein Test, der Leute aus dem Ranked drängt, verschlimmert genau das Problem, das er lösen sollte.

Das Fazit von EA

Der Solo-Queue-Zwang kommt also nicht dauerhaft in die High-Skill-Lobbys. EA betont aber, dass Solo-Queue-Experimente damit nicht vom Tisch sind – diese Version war nur zu grob. Das Ziel bleibt: Du sollst seltener auf voll koordinierte Topsquads treffen, ohne dass dir die Möglichkeit genommen wird, mit Freunden zu spielen. Wie ernst EA die Spitze der Rangliste nimmt, zeigte zuletzt auch die Welle an Predator-Sperren wegen Account-Sharing.

Wie geht es weiter?

Die Teams bereiten weitere Tests zu bekannten Matchmaking-Problemen vor, Details sollen näher an der Umsetzung folgen. Die größten Änderungen, die aus diesen Tests entstehen, landen im Ranked der Seasons 31 und 32 – vorstellen will EA sie im Oktober.

Wenn du bis dahin wissen willst, wo du im Ranked überhaupt stehst: Den letzten Ranked-Abschnitt haben wir im Artikel zu Marked Split 2 zusammengefasst. Steigst du gerade erst ein, hilft dir unser Einsteiger-Guide, und alles Weitere findest du in unseren Apex Legends News.

FAQ

Bleibt die Beschränkung auf ein Rang-Tier beim Queuen?

Nein. Die Ein-Tier-Grenze wird derzeit nicht dauerhaft eingeführt, weil sie nur für eine kleine Gruppe von Spielern einen messbaren Effekt hatte.

Müssen Diamond, Master und Predator künftig solo spielen?

Nein. Der Solo-Queue-Zwang für die oberen Tiers wird nicht dauerhaft übernommen. EA schließt künftige Solo-Queue-Experimente aber nicht aus, diese Variante war nur zu pauschal.

Warum hat die Solo-Queue die Lobbys nicht verbessert?

Weil die Topspieler nicht aus den Lobbys verschwanden, sondern einzeln auf die Squads verteilt wurden. Dadurch enthielten mehr Squads einen Master oder Predator als vorher.

Wann kommen die nächsten Ranked-Änderungen?

Die größten Anpassungen, die aus diesen Tests folgen, sollen im Ranked der Seasons 31 und 32 landen. Vorstellen will EA sie im Oktober.

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