Handheld-Konsolen: Was solltest du kaufen?

Handheld-Konsolen: Was solltest du kaufen?

Handheld-Konsolen gibt es heute in drei völlig unterschiedlichen Formen, und die eigentliche Entscheidung fällt zwischen diesen Formen, nicht zwischen einzelnen Geräten. Entweder ein Taschen-PC mit Windows, eine geschlossene tragbare Konsole mit eigenem System oder ein Smartphone, das nur ein Spiel anzeigt, das irgendwo auf einem Server läuft. Jeder dieser Wege hat einen anderen Haken, und genau nach diesem Haken solltest du auswählen.

Drei Wege und was sie unterscheidet

Ein Windows-Handheld ist schlicht ein Computer in anderer Form. Die ROG-Xbox-Ally-Reihe von ASUS läuft mit Windows 11 Home, also laufen darauf Spiele aus dem Game Pass und aus den üblichen PC-Stores. Der Preis für diese Freiheit ist Wartung: Updates, Treiber und mehrere Launcher nebeneinander. Wie sich die einzelnen Modelle konkret unterscheiden, zeigen wir im Artikel darüber, für wen sich der ROG Xbox Ally lohnt.

Eine geschlossene tragbare Konsole hat ein System und im Grunde einen Store. Das Steam Deck von Valve läuft mit SteamOS 3, die Nintendo Switch 2 mit einem eigenen System. Einschalten, spielen, nichts aktualisiert sich mitten am Abend im Hintergrund. Dafür zahlst du mit einer kleineren Bibliothek und damit, dass es das, was es in dem einen Store nicht gibt, eben nicht geben wird.

Ein Smartphone oder ein günstiges Gerät für die Cloud muss nichts selbst berechnen, nur das Bild anzeigen. Die Chipleistung ist fast egal, entscheidend ist die Leitung. Microsoft nennt für Xbox Cloud Gaming 10 Mbit/s auf Smartphones und 20 Mbit/s auf Konsolen, PCs und Tablets, dazu 5-GHz-WLAN. Die ganze Technik erklärt der Text Was ist Cloud Gaming, beim ersten Start hilft die Anleitung Xbox Cloud Gaming: So fängst du an.

Die Daten im Vergleich

GerätSystemDisplayChipArbeitsspeicherSpeicherAkkuGewicht
ROG Xbox Ally (2025)Windows 11 Home7″, 1920 × 1080, 120 Hz, 500 NitsAMD Ryzen Z2 A, 4 Kerne und 8 Threads16 GB LPDDR5512 GB NVMe60 Wh670 g
ROG Xbox Ally X (2025)Windows 11 Home7″, 1920 × 1080, 120 Hz, 500 NitsAMD Ryzen AI Z2 Extreme, 8 Kerne und 16 Threads24 GB LPDDR5X1 TB NVMe80 Wh715 g
ROG Xbox Ally X20 (2026)Windows 11 Home7,4″ OLED, 1920 × 1080, 120 Hz, 1400 Nits HDRAMD Ryzen AI Z2 Extreme, 8 Kerne und 16 Threads24 GB LPDDR5X1 TB NVMe80 Wh756 g
Steam Deck 256GB LCDSteamOS 37″, 1280 × 800, 60 HzAMD Zen 2, 4 Kerne und 8 Threads, GPU 8 CU RDNA 216 GB LPDDR5256 GB NVMe40 Wh, 2 bis 8 Stunden laut Valveca. 640 g
Steam Deck 512GB OLEDSteamOS 37,4″ OLED, 1280 × 800, 90 HzAMD Zen 2, 4 Kerne und 8 Threads, GPU 8 CU RDNA 216 GB LPDDR5512 GB NVMe50 Wh, 3 bis 12 Stunden laut Valveca. 640 g
Nintendo Switch 2System von Nintendo7,9″, 1920 × 1080, HDR10, VRR bis 120 Hzmaßgeschneiderter Chip von NVIDIAgibt Nintendo nicht an256 GB UFS5220 mAh, ca. 2 bis 6,5 Stunden laut Nintendoca. 535 g mit Joy-Con 2

Die Daten stammen von den offiziellen Seiten von ASUS, Valve und Nintendo und gelten zum 11. September 2026. Die Vorbestellungen für den ROG Xbox Ally X20 sind am 25. August 2026 gestartet, einen Termin für den regulären Verkauf haben weder ASUS noch Xbox genannt.

Die Leistung lässt sich markenübergreifend nicht vergleichen

Die einzige Zahl, die sich vergleichen lässt, sind Kerne und Threads. Ally X und X20 haben einen Achtkern-Chip mit sechzehn Threads, der Basis-Ally und das Steam Deck vier Kerne und acht Threads. Danach ist Schluss: Valve gibt für die Grafik 1,6 TFLOPS an, ASUS und Nintendo veröffentlichen keinen vergleichbaren Wert. Jede Tabelle mit „Leistung in Prozent“ wäre also erfunden.

Ein praktischerer Anhaltspunkt ist die Displayauflösung. Das Steam Deck hat 1280 × 800, also deutlich weniger Pixel als Full HD bei der Ally-Reihe. Derselbe Chip schafft dort höhere Details, einfach weil er ein kleineres Bild berechnet. Die Switch 2 geht den umgekehrten Weg: Sie hat auf dem 7,9″-Panel 1920 × 1080 und unterstützt VRR bis 120 Hz.

Akkulaufzeit in Stunden gibt es bei der Hälfte des Markts nicht

Das ist die häufigste Frage und zugleich die Stelle, an der die meisten Vergleiche anfangen zu fantasieren. Valve und Nintendo nennen die Laufzeit offiziell in Stunden, Valve 2 bis 8 Stunden bei der LCD-Version und 3 bis 12 Stunden bei der OLED-Version, Nintendo etwa 2 bis 6,5 Stunden. Beide Marken schreiben dazu, dass es auf das jeweilige Spiel ankommt.

ASUS nennt bei keinem Ally-Modell Stunden, nur die Akkukapazität: 60 Wh beim Basismodell und 80 Wh bei Ally X und X20. Stundenangaben, die im Netz zu diesen Handhelds kursieren, sind vom Hersteller also nicht gedeckt. Vergleichen lässt sich nur die Kapazität, und die wächst bei den stärkeren Modellen zusammen mit dem hungrigeren Chip, sagt über das Ergebnis also nichts Sicheres aus.

Bibliothek und Wartung entscheiden mehr als die technischen Daten

  • Ein Windows-Handheld spielt aus jedem beliebigen PC-Store, und Microsoft verkauft genau das als Hauptvorteil, also Spiele aus den großen PC-Stores an einem Ort. Die Oberfläche Xbox full screen experience, die seit November 2025 auf Windows-Handhelds läuft, verpackt das in eine Bedienung per Controller.
  • Eine geschlossene Konsole hat diese Freiheit nicht, dafür aber auch nicht deren Folgen. Dass der Unterschied echt ist, sieht man an Kleinigkeiten: Microsoft musste für den Ally eine Anzeige für vorkompilierte Shader auf dem Ladebildschirm und das Formatieren von microSD-Karten direkt in der Xbox-App nachrüsten. Genau solche Sorgen haben Steam Deck und Switch 2 nicht.
  • Die Cloud hat keine eigene Bibliothek, sie leiht sie sich. Was in den einzelnen Abostufen steckt, zeigt die Übersicht der Game-Pass-Tarife, das Konkurrenzangebot fassen die GeForce-NOW-Tarife zusammen.

Die Cloud funktioniert ab November 2026 anders

Das ist die wichtigste Neuigkeit für alle, die bei der Hardware sparen und vom Server spielen wollen. Microsoft hat am 3. September 2026 angekündigt, dass das Game-Pass-Abo auf ein monatliches Limit an Cloud-Stunden umgestellt wird: Ultimate 15 Stunden, Premium 10 Stunden und Essential 5 Stunden pro Monat, mit der Möglichkeit, weitere Stunden im Xbox Store dazuzukaufen. Den Preis der zusätzlichen Stunden hat Microsoft noch nicht veröffentlicht, das genaue Datum im November auch nicht.

Für die Kaufentscheidung bedeutet das eines. Für gelegentliches Spielen reicht die Cloud weiterhin, und als Gerät taugt praktisch alles, wie die Übersicht zeigt, worauf du Xbox in der Cloud spielen kannst. Wer täglich spielt, spart mit fünfzehn Stunden im Monat nichts an Hardware, und die Wahl liegt dann zwischen den ersten beiden Wegen. Bei mobilen Daten kommt noch der Verbrauch dazu, den der Text darüber aufschlüsselt, wie viele Daten Cloud Gaming verbraucht.

Preise lassen sich nicht vergleichen, deshalb stehen sie hier nicht

Jeder Hersteller veröffentlicht sie anders. Valve nennt auf seiner Website Euro-Preise, 779 Euro für das 256GB LCD und 919 Euro für das 512GB OLED. ASUS gibt für den X20 im eigenen US-Store 1.299,99 Dollar an, bei den Modellen von 2025 wird der Preis auf der Seite gar nicht angezeigt. Wechselkurs, Mehrwertsteuer und Aktionen im Handel machen daraus ohnehin eine andere Zahl, den Preis musst du also am Kauftag beim konkreten Händler prüfen. Einen groben Vergleich mit dem Preis einer Konsole für den Fernseher bietet der Artikel Was kostet eine Xbox.

Für wen sich welcher Weg nicht lohnt

  • Kauf keinen Windows-Handheld, wenn du keinen Computer verwalten willst. Systemupdates, Treiber und Anmeldungen in mehreren Stores gehören zum Paket, und keine Gaming-Oberfläche versteckt das ganz.
  • Kauf keine geschlossene Konsole, wenn du eine große Bibliothek woanders hast. Steam Deck und Switch 2 spielen nur ihr eigenes Angebot, Käufe aus anderen Stores lassen sich nicht übertragen.
  • Verlass dich nicht auf die Cloud, wenn du täglich spielst oder dort, wo die Leitung unzuverlässig ist. Das Stundenlimit ab November 2026 und die Latenz sind zwei verschiedene Hürden, die zweite behandelt die Anleitung, wie du die Latenz in der Cloud senkst.
  • Kauf nichts davon, wenn es dir nur ums Spielen in der Wohnung geht und du schon eine Konsole hast. Dafür reicht es, die eigene Konsole zu streamen, wie wir bei Xbox Remote Play beschreiben, oder zu einem Gerät zu greifen, das genau für diese eine Sache gemacht ist, etwa dem PlayStation Portal.

FAQ

Welche Handheld-Konsole ist die beste?

Eine universelle Antwort gibt es nicht, weil die Entscheidung zwischen Kategorien fällt. Die breiteste Bibliothek hat ein Windows-Handheld, die wenigsten Sorgen eine geschlossene Konsole und den niedrigsten Einstiegspreis ein Smartphone mit Cloud. Die Tabelle oben vergleicht die Daten, die die Hersteller tatsächlich veröffentlichen.

Wie lange hält ein Gaming-Handheld mit einer Akkuladung?

Valve nennt 2 bis 8 Stunden für die LCD-Version des Steam Deck und 3 bis 12 Stunden für die OLED-Version, Nintendo für die Switch 2 etwa 2 bis 6,5 Stunden. ASUS gibt für die ROG-Xbox-Ally-Reihe überhaupt keine Laufzeit in Stunden an, nur die Akkukapazität von 60 oder 80 Wh. Die reale Zeit hängt vor allem vom jeweiligen Spiel und der Displayhelligkeit ab.

Ist der ROG Xbox Ally eine Konsole oder ein PC?

Ein PC. Er läuft mit Windows 11 Home, und Xbox führt ihn in der Kategorie Handhelds, nicht Konsolen. Praktisch bedeutet das Zugang zu mehr Spiele-Stores und zugleich Wartungsaufwand, den eine geschlossene Konsole nicht hat.

Kann man ohne Konsole auf dem Smartphone spielen?

Ja, über die Cloud. Das Spiel läuft auf dem Server, das Smartphone zeigt nur das Bild an und schickt die Eingaben zurück, deshalb spielt die Leistung des Geräts kaum eine Rolle. Microsoft empfiehlt 10 Mbit/s auf Smartphones und 5-GHz-WLAN, dazu brauchst du einen Controller per Bluetooth oder USB.

Lohnt sich die Cloud statt eines Handhelds?

Für gelegentliches Spielen ja, für tägliches ab November 2026 eher nicht. Microsoft stellt den Game Pass dann auf ein monatliches Limit an Cloud-Stunden um, 5 bis 15 je nach Abostufe. Wer mehr spielt, muss Stunden dazukaufen, und damit schwindet die Ersparnis gegenüber eigener Hardware.

Eine Übersicht weiterer Texte zum Spielen außerhalb des Wohnzimmers findest du auf der Themenseite Xbox auf Gamers Together. Neue Modelle kommen schnell dazu und Elektronikpreise ändern sich jede Saison, vergleiche die Daten also immer auf den Herstellerseiten und den Preis beim Händler. Angaben geprüft zum 11. September 2026.

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