Anybrain-Studie: Cheating ist zum organisierten Milliardengeschäft geworden

Anybrain-Studie: Cheating ist zum organisierten Milliardengeschäft geworden

Cheating ist längst kein Hobby einzelner Störenfriede mehr, sondern ein Geschäft mit Milliardenumsätzen – angetrieben von künstlicher Intelligenz, günstiger Hardware und neuen Technologien. Wie groß das Problem inzwischen ist, hat Anybrain untersucht, ein Unternehmen, das selbst KI-gestützte Anti-Cheat-Lösungen entwickelt. An der Befragung nahmen 250 Spielestudios aus den USA und Großbritannien teil.

Ein einzelner Cheat-Verkäufer, gigantische Summen

Wie lukrativ das Geschäft ist, zeigt ein Einzelfall: Ein einziger Cheat-Anbieter nahm 2021 umgerechnet rund 1,7 Milliarden Kronen (etwa 70 Millionen Euro) ein – und zwar allein mit Cheats für ein einziges Spiel. Und das Problem betrifft nicht nur eine Handvoll Titel, sondern zieht sich quer durch die gesamte Spielebranche.

Was die Studios berichten

Die Zahlen aus der Umfrage zeichnen ein klares Bild davon, wie stark Cheating aufs Geschäft durchschlägt:

  • 51 Prozent der befragten Studios haben wegen Cheatern einen Rückgang der Spielerbasis oder der Einnahmen registriert.
  • 69 Prozent bezeichnen Cheating als erhebliches geschäftliches Problem.
  • 45 Prozent geben an, dass Cheater ihre Anti-Cheat-Systeme umgehen können.
  • 76 Prozent setzen aktuell Anti-Cheat-Technologie ein.
  • 88 Prozent wollen ihre Investitionen in den Schutz ihrer Spiele im kommenden Jahr weiter erhöhen.

Anybrain beruft sich außerdem auf einen Report von Playsafe ID, laut dem 55 Prozent der Spieler wegen Cheating ihre Käufe eingeschränkt oder komplett eingestellt haben. Für dich als ehrlichen Spieler heißt das: Cheater kosten nicht nur Matches, sondern beeinflussen auch, wie viel Geld überhaupt in ein Spiel zurückfließt.

KI beschleunigt die Cheat-Entwicklung

Laut der Studie hat sich Cheating von gelegentlichem Betrug Einzelner zu einem professionellen, organisierten Business mit einem weltweiten Wert von rund 200 Milliarden Kronen (umgerechnet etwa 8 Milliarden Euro) entwickelt. Der KI-Boom erlaubt es Cheat-Entwicklern, neue Werkzeuge schneller als je zuvor herauszubringen – und zwingt Studios dazu, ihre Schutzmechanismen komplett neu zu denken. Die kompletten Ergebnisse hat Anybrain im Anybrain Whitepaper veröffentlicht.

Wohin als Nächstes

Weitere Branchenmeldungen findest du in unserer Übersicht der Spiele-Artikel. Wie schwierig das Geschäft für Studios derzeit ist, haben wir am Beispiel der Entlassungen bei Build A Rocket Boy beschrieben, und zu den kommenden Multiplayer-Shootern haben wir unter anderem einen Artikel zum Modern Warfare 4-Trailer.

FAQ

Wer steckt hinter der Studie?

Die Umfrage kommt von Anybrain, einem Unternehmen, das KI-gestützte Anti-Cheat-Technologie entwickelt. Befragt wurden 250 Spielestudios aus den USA und Großbritannien.

Wie groß ist der Cheat-Markt laut Anybrain?

Anybrain spricht von einem organisierten, professionellen Geschäft mit einem weltweiten Wert von rund 200 Milliarden Kronen, also umgerechnet etwa 8 Milliarden Euro.

Helfen Anti-Cheat-Systeme überhaupt?

76 Prozent der Studios nutzen Anti-Cheat-Technologie, aber 45 Prozent berichten, dass Cheater diese Systeme umgehen können. 88 Prozent wollen ihre Investitionen in den Schutz im nächsten Jahr erhöhen.

Warum betrifft Cheating auch ehrliche Spieler beim Geldbeutel?

Laut dem von Anybrain zitierten Playsafe-ID-Report haben 55 Prozent der Spieler wegen Cheating ihre Käufe eingeschränkt oder eingestellt – und 51 Prozent der Studios sehen deshalb sinkende Spielerzahlen oder Einnahmen.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz?

Der KI-Boom ermöglicht es Cheat-Entwicklern, neue Tools schneller als früher zu produzieren. Deshalb müssen Studios laut der Studie neu überdenken, wie sie ihre Spiele schützen.

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