Aktualisiert am 20.09.2026, 12:48
Bei Build A Rocket Boy geht es weiter bergab. Mehrere Entwickler haben öffentlich gemacht, dass sie entlassen wurden, und auf LinkedIn häufen sich Abschiedsposts von Leuten, die das Studio verlassen. Wie groß die Welle diesmal wirklich ist, lässt sich aktuell nicht seriös beziffern – klar ist nur, dass die Zukunft des Teams hinter dem gefloppten Action-Adventure MindsEye ernsthaft infrage steht.
Ende oder nicht? Die Signale sind widersprüchlich
Aus dem Umfeld des Studios heißt es, mit dieser letzten Entlassungsrunde sei endgültig Schluss. Eine mit der Firma vertraute Quelle schildert dagegen, dass Build A Rocket Boy selbst dann nicht zwangsläufig aufgelöst werden müsste, wenn tatsächlich alle Mitarbeiter gehen. Wie ernst die Lage ist, zeigt eine Äußerung des Angestellten Dan Hawkins: Er bleibt nach eigener Aussage so lange, bis der Betrieb komplett abgewickelt ist.
Eine offizielle Bestätigung für eine Schließung gibt es bislang nicht. Für dich als Spieler bedeutet das vor allem Unsicherheit – niemand kann dir derzeit sagen, ob MindsEye noch weiter gepatcht oder inhaltlich ausgebaut wird.
Von der „Roblox für Erwachsene“-Vision zum Totalausfall
MindsEye war ursprünglich als Teil von Everywhere geplant, einer Kreativplattform, die gerne als „Roblox für Erwachsene“ beschrieben wurde. Hinter dem Projekt steht Leslie Benzies, der frühere Design-Chef der Grand Theft Auto-Reihe. Später verlagerte Build A Rocket Boy den Fokus komplett auf MindsEye und wuchs in der Spitze auf über 500 Angestellte an.
Der Release im Juni 2025 wurde dann zur Katastrophe. Spieler bezeichneten das Spiel als „broken“, „buggy“ und als „das schlechteste Spiel 2025“, und die technischen Probleme machten MindsEye schnell zum Dauerwitz im Netz. Das Studio erklärte kurz danach, es sei „heartbroken“ über die Probleme, und versprach eine Reihe von Patches gegen Performance-Einbrüche, Glitches und Fehler im KI-Verhalten. Benzies stellte seinen Leuten in Aussicht, man werde zurückkommen und MindsEye neu starten – die Schwierigkeiten schob er unter anderem internen und externen „saboteurs“ zu. CEO Mark Gerhard sprach davon, das Studio untersuche „criminal activity“ rund um den Launch.
29 Prozent auf Metacritic und 16 Spieler bei Steam
Die Zahlen sind brutal. Auf Metacritic steht MindsEye bei 29 Prozent und ist damit das am schlechtesten bewertete Spiel des Jahres 2025. Bei Steam kam das Spiel zuletzt binnen 24 Stunden auf einen Höchstwert von gerade einmal 16 gleichzeitigen Spielern; Zahlen von den Konsolen liegen nicht vor.
Nach dem Launch bekam MindsEye nur noch wenige Fixes sowie einen Multiplayer-Zusatz mit einem Fußball-Modus. Der Versuch eines Neustarts lief unter dem Namen „Blacklisted“-Update, brachte aber nichts. Auch spätere Updates und ein letzter Rettungsversuch in Form eines 50-Prozent-Rabatts blieben wirkungslos – aktuell bekommst du das Spiel auf PC, PS5 und Xbox für die Hälfte des ursprünglichen Preises.
Entlassungsrunden, Proteste und Vorwürfe
Die Krise zieht sich schon länger hin. Bereits im Juli des Vorjahres gingen bei der damals rund 300 Köpfe starken britischen Belegschaft Schreiben über mögliche Kündigungen raus. Danach folgten weitere Entlassungsrunden, und in diesem Sommer protestierten gefeuerte Mitarbeiter vor dem Studio – ausgerechnet während eines „all-expenses-paid playtest day“. Zusätzlich sah sich Build A Rocket Boy mit Vorwürfen über exzessive Überstunden und eine unangemessene Überwachung der Angestellten konfrontiert.
313 Millionen Dollar Investment, 48,6 Millionen Dollar Verlust
Benzies war bei Rockstar ein zentraler Kopf der Grand Theft Auto-Entwicklung und gilt als einer der Architekten des Riesenerfolgs der Reihe. 2016 verließ er das Unternehmen inmitten eines Rechtsstreits um nicht gezahlte Tantiemen, der am Ende außergerichtlich beigelegt wurde. Genau dieser GTA-Stempel half Build A Rocket Boy dabei, bis 2024 mehr als 233 Millionen Pfund (313 Millionen Dollar) an Investitionen einzusammeln. Die Publishing-Rechte sicherte sich Hitman-Entwickler IO Interactive.
Die aktuellsten Geschäftszahlen, aufgestellt zum 30. September 2025, zeichnen ein düsteres Bild: 4,6 Millionen Pfund (6,1 Millionen Dollar) Umsatz gegen Betriebskosten von 52,1 Millionen Pfund (70 Millionen Dollar). Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 36,2 Millionen Pfund (48,6 Millionen Dollar).
Take-Two-Chef mit deutlichen Worten
Im Mai äußerte sich Strauss Zelnick, Chef des Rockstar-Mutterkonzerns Take-Two, auf der TD Cowen 54th Annual Technology, Media & Telecom Conference in einer Weise, die man durchaus als Anspielung lesen konnte. „Hits zu machen scheint immer schwerer und schwerer zu werden, je erwachsener die Unterhaltungsindustrien werden“, sagte er. „Die Leute bei Rockstar scheinen diese riesigen Hits machen zu können, und viele andere haben es versucht. Viele, viele, darunter frühere Rockstar-Mitarbeiter. Und bisher haben sie es nicht geschafft.“
Was das für dich bedeutet
Solange nicht klar ist, wie viele Entwickler überhaupt noch an Bord sind, solltest du bei MindsEye nicht mit größeren Patches, neuen Inhalten oder einem langfristig gepflegten Multiplayer rechnen. Genauso offen ist, was aus der ursprünglichen Everywhere-Idee wird.
FAQ
Offiziell bestätigt ist das nicht. Aus dem Umfeld des Studios heißt es, mit der jüngsten Entlassungswelle sei endgültig Schluss, eine andere vertraute Quelle schildert dagegen, die Firma müsste selbst dann nicht zwangsläufig aufgelöst werden, wenn alle Mitarbeiter gehen.
Bei Steam lag der Höchstwert innerhalb von 24 Stunden bei nur 16 gleichzeitigen Spielern. Zahlen von den Konsolen liegen nicht vor.
Das ist offen. Nach dem „Blacklisted“-Update, ein paar Fixes, einem Multiplayer-Zusatz mit Fußball-Modus und einem 50-Prozent-Rabatt blieb der erhoffte Aufschwung aus – nach den neuen Entlassungen ist die Zukunft des Spiels ungewiss.
Auf Metacritic steht das Spiel bei 29 Prozent und ist damit das am schlechtesten bewertete Spiel des Jahres 2025.
Das Studio wird von Leslie Benzies geleitet, dem früheren Design-Chef der Grand Theft Auto-Reihe bei Rockstar. CEO ist Mark Gerhard. Bis 2024 sammelte die Firma mehr als 233 Millionen Pfund (313 Millionen Dollar) an Investitionen ein.

