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EU-Kommission geht gegen Call of Duty Mobile, Minecraft und neun weitere Spiele vor

EU-Kommission geht gegen Call of Duty Mobile, Minecraft und neun weitere Spiele vor

Die Europäische Kommission hat angekündigt, gegen elf Spiele vorzugehen, die ihre neuen Regeln für Mikrotransaktionen nicht einhalten. Betroffen sind unter anderem Call of Duty Mobile, Minecraft und Valorant. Grundlage sind die 2025 veröffentlichten Key Principles on In-Game Virtual Currency, ein Regelwerk für Käufe innerhalb von Spielen.

Worum es bei den Key Principles geht

Zusammengestellt wurden die Key Principles vom Consumer Protection Cooperation Network, kurz CPC Network. Die Regeln fordern klare Preise in echtem Geld, das Ende von Währungsumrechnungen, die die tatsächlichen Kosten verschleiern, und ein Verbot erzwungener Bundle-Käufe. Im Fokus stehen vor allem Ingame-Käufe wie Loot Boxes, die in einigen Ländern außerhalb der EU bereits verboten oder streng reguliert sind.

Nach Angaben der Kommission haben viele Spielefirmen diese Vorgaben bislang nicht umgesetzt – deshalb folgt jetzt der nächste Schritt.

Diese elf Spiele stehen auf der Liste

  • Call of Duty Mobile
  • Diablo Immortal
  • Minecraft
  • Valorant
  • Clash of Clans
  • For Honor
  • Hunt: Showdown 1896
  • Forge of Empires
  • Candy Crush Saga
  • Mech Arena
  • Gardenscapes

Damit richtet sich die gemeinsame Aktion von Kommission und CPC Network gegen große Entwickler und Publisher, darunter Activision Blizzard, Mojang und Ubisoft – also die Firmen hinter Reihen wie Call of Duty, Minecraft und Assassin’s Creed. Weitere Nachrichten rund um diese Konzerne findest du in unseren Spiele-News.

Was die Kommission verlangt

In der gemeinsamen Mitteilung heißt es, manche Geschäftsmodelle und Design-Praktiken in Spielen würden Verbraucher schädigen, besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder. Konsumenten in Europa sollten spielen können, ohne dazu verleitet zu werden, mehr Geld oder Zeit auszugeben, als sie eigentlich wollen.

Konkret fordert das CPC Network von den betroffenen Titeln:

  • klare und transparente Preisangaben
  • keine Verschleierung der tatsächlichen Kosten
  • keine erzwungenen Währungskäufe
  • verständliche Informationen vor dem Kauf
  • Respektierung des Widerrufsrechts
  • faire und leicht verständliche Nutzungsbedingungen
  • Schutz besonders schutzbedürftiger Verbraucher

Zusätzlich hat die Gruppe auch andere Spiele mit aggressiven Mikrotransaktionen aufgefordert, ihre Praktiken von selbst zu überprüfen – bevor ebenfalls Maßnahmen folgen.

Die Branche widerspricht

Die European Game Developers Federation (EGDF) hat auf den Schritt reagiert und erklärt, die Branche habe das CPC Network seit dem Frühjahr 2025 nach der rechtlichen Grundlage für dessen Position gefragt – geteilt worden sei sie bis heute nicht. Die EGDF hält die Vorgehensweise gegen bekannte Entwickler deshalb nicht für „klar und transparent“. Die Mitglieder hätten gemeinsam mit EU-Gremien an besseren Lösungen arbeiten wollen, es gebe aber eine „erhebliche Uneinigkeit“ zwischen Spielefirmen und dem CPC Network. Die vollständige Antwort der EGDF ist öffentlich abrufbar.

Der Kern des Streits scheint zu sein, dass die EU Ingame-Währungen wie Call of Duty Points als „digitale Darstellungen von Werten“ einordnen will – ähnlich wie Kryptowährungen. Das gefällt den Publishern offenbar nicht. Aufgehalten hat die Uneinigkeit das Verfahren jedoch nicht.

Was das für dich als Spieler bedeutet

Wenn die Forderungen umgesetzt werden, könnten sich in großen Live-Service-Titeln wie Call of Duty Mobile und vergleichbaren Spielen bald sichtbare Dinge ändern: echte Preise statt reiner Premium-Währung, keine Zwangspakete und mehr Informationen vor dem Kauf. Details zum Verfahren stehen in der Mitteilung der Kommission.

Zum Weiterlesen: Über die Lage bei Microsoft und Activision Blizzard haben wir im Artikel zu den Xbox-Entlassungen berichtet, und wer gerade ohne zusätzliche Ausgaben spielen will, findet bei uns eine Übersicht zu kostenlosen Steam-Spielen.

FAQ

Welche Spiele sind von der EU-Aktion betroffen?

Genannt werden Call of Duty Mobile, Diablo Immortal, Minecraft, Valorant, Clash of Clans, For Honor, Hunt: Showdown 1896, Forge of Empires, Candy Crush Saga, Mech Arena und Gardenscapes.

Was sind die Key Principles on In-Game Virtual Currency?

Es ist ein 2025 veröffentlichtes Regelwerk für Ingame-Käufe. Es fordert klare Preise in echtem Geld, das Ende kostenverschleiernder Währungsumrechnungen und ein Verbot erzwungener Bundle-Käufe.

Werden Loot Boxes damit in der EU verboten?

Von einem Verbot ist in der Ankündigung nicht die Rede. Die Regeln zielen vor allem auf Transparenz, faire Bedingungen und den Schutz schutzbedürftiger Verbraucher ab – in manchen anderen Ländern sind Loot Boxes allerdings bereits verboten oder stark reguliert.

Wie reagiert die Spielebranche?

Die European Game Developers Federation kritisiert, dass das CPC Network die rechtliche Grundlage seiner Position bis heute nicht offengelegt habe, und spricht von erheblicher Uneinigkeit zwischen Publishern und dem Netzwerk.

Warum stört die Publisher die Einordnung der Ingame-Währungen?

Die EU will Währungen wie Call of Duty Points als „digitale Darstellungen von Werten“ behandeln, ähnlich wie Kryptowährungen. Diese Einordnung begrüßen die Publisher offenbar nicht.

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