League Classic: Was es ist und wie du reinkommst

League Classic: Was es ist und wie du reinkommst

Am 29. Juli 2026, direkt nach Patch 26.15, hat Riot Games einen neuen Spielmodus namens League Classic gestartet. Es handelt sich nicht um eine einmalige Nostalgie-Aktion für ein paar Tage, sondern um einen festen Bestandteil des Clients, der dich in die Zeit um Season 3 zurückversetzt, als League of Legends andere Items, andere Runen, andere Versionen der Champions und ein viel langsameres Spieltempo hatte. Während der restliche LoL-Content mit jedem Balance-Patch veraltet, ist LoL Classic eine eingefrorene Ära. Dieser Text erklärt dir, was League of Legends Classic genau enthält, wie du in den Modus kommst, was sich anders spielt und wie lange er laut Riot bleiben soll.

Was ist League Classic

League Classic ist ein offizieller Spielmodus direkt von Riot Games, kein Fan-Emulator einer alten Spielversion. Riot selbst hat ihn als „Greatest Hits“-Sammlung beschrieben: keine exakte Rekonstruktion einer bestimmten Season, sondern ein Mix aus Elementen mehrerer alter Seasons, so zusammengestellt, dass er als geschlossenes, spielbares Ganzes funktioniert. Die Basis bildet Season 3, manche Elemente reichen aber weiter zurück bis zu den allerersten Anfängen des Spiels im Jahr 2009, andere dagegen bis ins Jahr 2015 als späte Grenze, nach der nichts Neueres in den Modus aufgenommen wurde.

In der Praxis heißt das: alte Items, das alte Runensystem mit Marks, Seals, Glyphs und Quintessences, dazu ein eigener Masteries-Baum, alte Versionen der Summoner Spells einschließlich des heute nicht mehr existierenden Revive und vor allem die alte Version der Karte Summoner’s Rift, mit Wraiths im Jungle und anders verteilten Camps, als du es heute gewohnt bist. Bei der Optik hat Riot zugunsten der Spielbarkeit allerdings etwas geschummelt: Riot hat auf die alte Karte und die alten Modelle einen Teil der modernen Beleuchtung und Texturen angewendet, damit du dich als heutiger Spieler darin nicht verlierst.

Die Idee steht dabei nicht allein. Einen ähnlichen Weg, also einen offiziellen, dauerhaft gepflegten Server mit einer alten Regelversion neben dem aktuellen Spiel, haben in den letzten Jahren auch andere große Onlinespiele gewählt, und League Classic gehört in dieselbe Kategorie: kein Nostalgie-Event für ein paar Wochen, sondern ein eigenständiger, langfristig weiterentwickelter Modus mit eigener Entwicklung.

Wie du in League Classic kommst

Den Modus findest du direkt in der Spielmodus-Auswahl im Client, neben dem klassischen Summoner’s Rift, ARAM und weiteren Modi. Du brauchst keinen speziellen Schlüssel und musst nichts freischalten: Classic steht jedem Spieler mit einem Standardkonto zur Verfügung. Der Fortschritt darin ist aber von deinem normalen Konto getrennt: Du startest auf einem eigenen Level Classic 1 und steigst über ein eigenes Erfahrungssystem bis Classic 30 auf. Dabei verdienst du auch eine separate Währung, Influence Points, die vor allem Spieler kennen, die das Spiel schon länger verfolgen.

Runenseiten funktionieren anders, als du es vom aktuellen LoL gewohnt bist. Zum Start hast du drei Standardseiten, zwei weitere verdienst du dir entweder durch den Aufstieg über die Level oder kaufst sie für Influence Points. Alle Runen beginnen außerdem direkt auf der höchsten Stufe, also Tier 3, sodass das mühsame Zusammenkaufen und Aufwerten einzelner Runen wegfällt, wie es in der ursprünglichen Spielversion lief. Den kompletten Masteries-Baum schaltest du erst auf Classic-Level 4 frei. Bis dahin spielst du ohne ihn, was eines der wenigen Zugeständnisse an modernes Gameplay ist, die Classic behalten hat.

Eine Rangliste im klassischen Sinn, also Ranked mit Divisionen wie im Hauptspiel, gibt es in Classic nicht. Stattdessen läuft die sogenannte Summoner’s Journey, ein Weg über die Stufen Salt, Wood und schließlich Legend, die nur für die aktivsten und besten Spieler im einstelligen Prozentbereich der Community reserviert ist. Die Wahl der Position auf der Lane regelt außerdem ein einfaches Präferenzsystem, statt dass man wie damals um die Wette seine Rolle in den Chat tippt.

Trotz dieser Vereinfachung hat Riot ein paar moderne Annehmlichkeiten behalten, ohne die sich das Spiel für heutige Spieler schlechter anfühlen würde: funktionierendes Matchmaking, das Ping-System, Spell Buffering (die Möglichkeit, die nächste Aktion schon einzugeben, bevor die vorherige abgeschlossen ist) und optionale Bewegungssteuerung über die WASD-Tasten neben dem klassischen Klicken mit der Maus. League Classic ist also keine reine Archäologie ohne jeden Eingriff, sondern eine durchdachte Kombination aus altem Gameplay und modernem Komfort.

Was sich anders spielt

Kämpfe sind in Classic spürbar langsamer und entscheidender als im heutigen LoL. Projektile und Dashes fliegen langsamer, Crowd Control, vor allem die alten Point-and-Click-Stuns, trifft häufiger und schmerzhafter, und Manakosten sowie Fähigkeitsschaden sind im Verhältnis zu dem, was dir zur Verfügung steht, höher. Riot hat diesen Unterschied in den Patchnotes als Fokus auf „Strategie vor Mechanik“ beschrieben: Die Entscheidung, wann du in einen Kampf gehst und wann nicht, wiegt mehr als schnelle Finger.

Das ist nur ein Bruchteil der Unterschiede. Einen ausführlichen Vergleich von Spieltempo, Itemization, Runen und Masteries mit dem heutigen System und wie sehr dich Classic als erfahrenen Spieler des heutigen LoL überraschen wird, findest du im separaten Artikel Was League Classic vom heutigen LoL unterscheidet.

Wie Riot League Classic balanciert

League Classic bekommt Balance-Anpassungen im gleichen Zwei-Wochen-Rhythmus wie das Hauptspiel, läuft aber auf einem eigenen, getrennten Balance-Zweig. Eine Änderung, die Riot im modernen LoL vornimmt, wird nicht automatisch in Classic übernommen. Die Teams veröffentlichen dafür eine eigene Übersicht der geplanten Anpassungen (die sogenannte Classic Patch Preview) und lassen einen Teil der Balance-Entscheidungen direkt von der Community per Abstimmung treffen, nicht allein vom internen Team.

In der Praxis bedeutet das, dass ein im heutigen LoL starker Champion in Classic schwach sein kann und umgekehrt: Beide Versionen werden unabhängig voneinander bewertet. Patch 26.18 vom 9. September 2026 hat zum Beispiel Gangplank und Heimerdinger gestärkt und Anivia gebremst, ohne dass das ihre modernen Versionen im Hauptspiel in irgendeiner Weise berührt hätte. Wer nur die normalen LoL-Patchnotes verfolgt, übersieht die Classic-Community mit ihrem eigenen Balance-Rhythmus leicht. Es lohnt sich, sie separat im Blick zu behalten.

Wie viele Champions es in League Classic gibt und was seit dem Start dazukam

Zum Start am 29. Juli 2026 enthielt der Modus 60 Champions: die ursprünglichen 40 Figuren aus dem Jahr 2009, ergänzt um weitere 20, die zwischen 2009 und 2013 ins Spiel kamen. Riot hat schon bei der Ankündigung eingeräumt, dass „60 Champions die frühe Ära des Spiels nicht vollständig abbilden können“, und angedeutet, dass weitere Figuren aus demselben Zeitraum folgen sollen.

Die vollständige und immer aktuelle Liste findest du direkt im Client in der Champion-Auswahl für den Classic-Modus, wo dir das Spiel sofort anzeigt, wer verfügbar ist und wer noch nicht. Wie genau in Classic Builds zusammengestellt wurden und welche Champions sich darin völlig anders spielen als heute, behandelt der Artikel Champions und Builds in League Classic.

Für wen League Classic gedacht ist

Die offensichtlichste Zielgruppe sind Nostalgiker: Spieler, die League of Legends um 2012 oder 2013 gespielt haben und die Items, Runen und das Spielgefühl noch einmal erleben wollen, die der heutige Client längst nicht mehr bietet. Für sie ist Classic eine direkte Zeitkapsel: derselbe Itemname, derselbe Runenname, aber ein ganz anderes Erlebnis als das, woran sie sich in den letzten zehn Jahren gewöhnt haben.

Die zweite Gruppe ist genauso groß, vielleicht sogar größer: Spieler, die erst nach 2015 zum Spiel gekommen sind und die alte Ära von League of Legends nie live erlebt haben. Für sie ist Classic eine Möglichkeit, am eigenen Leib auszuprobieren, woher die heutigen Systeme kommen und warum Riot Itemization, Runen und Spieltempo über die Jahre überhaupt so oft umgebaut hat. Die alte Version zu verstehen, lohnt sich auch für moderne Spieler, weil sie zeigt, welche Probleme die heutigen Systeme eigentlich lösen.

Riot selbst positioniert den Modus außerdem eher als lockeren Spaß mit Freunden als als zweite kompetitive Umgebung neben dem Ranked-Hauptsystem. Ohne klassische Rangliste mit Divisionen fehlt ihm der Druck, der Ranked-Spiele stressig macht. Er passt also auch für Leute, die sich vom heutigen schnellen, aggressiven LoL erholen und ganz ohne Verpflichtungen eine langsamere, positionsbetonte Version des Spiels spielen wollen.

Und drittens lohnt sich Classic auch für Spieler, die die Prinzipien hinter den heutigen Systemen besser verstehen wollen. Wenn du siehst, wie Itemization oder Runen aussahen, bevor Riot sie Schritt für Schritt vereinfacht und umgebaut hat, verstehst du auch besser, warum die heutige Version so aussieht, wie sie aussieht: welches konkrete Problem des alten Systems sie gelöst hat und was das Spiel durch diese Änderung verloren oder gewonnen hat.

Wie lange League Classic bleibt und was Riot für die Zukunft versprochen hat

Schon beim Start hat Riot eingeräumt, dass die erste Version Einschränkungen hat. In den Patchnotes zu Patch 26.15 hieß es, dass die Duo Queue noch nicht auf allen Stufen der Rangliste funktioniert und dass das „weiter angegangen wird, sobald sich die Matchmaking-Systeme verbessern“. Diese Art der schrittweisen Nachschärfung zeigt, dass Classic kein fertiges, abgeschlossenes Projekt für ein paar Wochen ist, sondern ein Modus, in den Riot weiter investieren will.

Gerade weil es sich um eine eingefrorene Ära handelt und nicht um eine Kopie des aktuellen Balancings, ist zu erwarten, dass League Classic langfristig bleibt, anders als saisonale Events, die nach ein paar Wochen verschwinden. Eine Garantie dafür gibt aber niemand, daher verfolgst du mögliche Änderungen am Umfang oder an der Zukunft des Modus am besten direkt in den offiziellen Patchnotes.

FAQ

Wann genau ist League Classic erschienen?

Am 29. Juli 2026, zusammen mit Patch 26.15.

Ist League Classic ein eigenständiges Spiel oder ein Modus innerhalb von League of Legends?

Es ist ein Spielmodus im normalen LoL-Client, verfügbar für jeden Spieler mit seinem Konto. Du musst nichts separat herunterladen oder freischalten.

Wie viele Champions enthält League Classic?

Zum Start 60: die ursprünglichen 40 aus dem Jahr 2009 und weitere 20 aus den Jahren 2009 bis 2013. Riot hat angekündigt, nach und nach weitere aus demselben Zeitraum hinzuzufügen.

Gibt es in League Classic eine Ranked-Rangliste?

Nicht im klassischen Sinn mit Divisionen. Stattdessen gibt es den Fortschritt Summoner’s Journey über die Stufen Salt, Wood und Legend, wobei Legend nur für den aktivsten Teil der Spielerbasis reserviert ist.

Muss ich League Classic separat kaufen oder freischalten?

Nein. Ein League-of-Legends-Konto reicht, Classic findest du direkt in der Spielmodus-Auswahl im Client.

Ist League Classic nur eine kurzfristige Aktion oder bleibt es dauerhaft?

Riot baut es als festen Bestandteil des Spiels mit eigenem Balance-Zweig und Patches im gleichen Rhythmus wie das Haupt-LoL auf, nicht als zeitlich begrenztes Event. Die genaue Zukunft bestätigen aber nur weitere offizielle Ankündigungen.

Entscheidet Riot allein über das Balancing von League Classic oder reden die Spieler mit?

Beides. Das Team hat einen eigenen, vom Hauptspiel unabhängigen Plan für Anpassungen, lässt einen Teil der Balance-Entscheidungen aber direkt von der Community per Abstimmung treffen.

Angaben geprüft am 9. September 2026, Stand Patch 26.18. Einen ausführlichen Vergleich mit dem aktuellen LoL findest du im Artikel Was League Classic vom heutigen LoL unterscheidet, konkrete Champions und alte Builds behandelt der Text Champions und Builds in League Classic. Eine Übersicht über den heutigen Roster findest du im Artikel Champions in LoL, das Runensystem des aktuellen Spiels erklärt der Text über Runen und die übrigen Spielmodi fasst der Artikel Spielmodi in LoL zusammen. Die komplette Übersicht des Hubs findest du in der Rubrik League of Legends.

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