Teamfight Tactics ist ein Autobattler, den Riot Games in der Welt von League of Legends angesiedelt hat: Du spielst mit Figuren, die du von Summoner’s Rift kennst, aber statt zu klicken und mit Fähigkeiten zu zielen, stellst du hier eine Aufstellung zusammen und setzt auf Strategie. Wenn du klassisches LoL spielst und wissen willst, wie du in TFT einsteigst, wie es sich von Summoner’s Rift unterscheidet und ob es sich überhaupt lohnt, es auszuprobieren, erklärt dir dieser Artikel alles Wichtige.
Was ist Teamfight Tactics
Teamfight Tactics (kurz TFT, manchmal auch als „LoL TFT“ oder „TFT LoL“ gesucht) ist ein Autobattler, also ein Genre, in dem du eine Aufstellung aus Einheiten baust, sie gegen einen Gegner schickst und sie danach nicht mehr direkt steuerst. Der Kampf läuft automatisch ab, basierend auf den Stats, Fähigkeiten und Synergien, die du auf dem Brett zusammengestellt hast. Deine Arbeit liegt in der Vorbereitungsphase: was du kaufst, wen du neben wen stellst, wann du einen Helden auf eine höhere Sternstufe bringst, wann du Gold sparst und wann du es ausgibst.
Riot hat TFT im Juni 2019 als Modus direkt im Client von League of Legends veröffentlicht, du startest es also aus derselben Anwendung, die du von Summoner’s Rift kennst. Es nutzt dieselben Figuren, Ahri, Jinx, Garen, Leona und Hunderte weitere, übernimmt aber nur ihr Aussehen und ihren Namen, die Mechaniken sind völlig anders. Es ist keine abgespeckte Version von LoL, sondern ein eigenständiges Spiel mit eigenem Ranked, eigener Ökonomie und eigenen Regeln.
So wird TFT gespielt
In einem Spiel treten 8 Spieler an. Du spielst für dich allein, nicht im Team: In jeder Runde trifft dein Brett auf das Brett eines der anderen sieben Gegner, und das System lost die Gegner quer durch die gesamte Lobby aus, bis nur noch ein Spieler übrig ist.
Eine Partie besteht aus mehreren Rundentypen:
- Carousel: Zu Beginn des Spiels und danach regelmäßig zwischen den Runden läufst du durch die Arena und wählst eine Einheit oder ein Item aus dem, was verfügbar ist. Wer schneller ist, hat die bessere Auswahl.
- PvE-Runden: Zu Beginn der Partie kämpfst du gegen neutrale Monster, die nach ihrem Besiegen Gold und Items fallen lassen.
- PvP-Runden: Dein Brett kämpft automatisch gegen das Brett des Gegners, den dir das System zuweist.
Entscheidend ist die Ökonomie. Jede Runde bekommst du Grundgold, dazu Zinsen dafür, wie viel Gold du angespart hast (in Fünferschritten bis zu einer Obergrenze), und einen Bonus für Sieg- oder Niederlagenserien. Gold gibst du in zwei Richtungen aus: für den Kauf von Einheiten im Shop oder für Erfahrung, mit der du das Level deines Bretts erhöhst und mehr Plätze für Einheiten bekommst. Die Balance zwischen „leveln“ und „Einheiten kaufen“ zu finden, ist der Kern der Entscheidungen in jeder Partie.
Einheiten haben sogenannte Traits (Origins und Classes), die Bonuseffekte aktivieren, wenn du mehrere Figuren mit demselben Trait aufstellst (z. B. mehr Schaden, mehr Verteidigung, zusätzliches Mana). Ein Brett um zwei oder drei starke, zueinander passende Traits aufzubauen, ist die Grundstrategie jeder Runde. Neben den Traits entscheiden Augments über das Spiel: Zu Beginn und im Verlauf der Partie wählst du eines von drei Upgrade-Paketen, die dann bestimmen, in welche Richtung sich deine Aufstellung die ganze Partie über entwickelt.
TFT hat auch eine eigene Ranked-Rangliste mit Tiers von Iron bis Challenger, genau wie Summoner’s Rift. Eine komplette Übersicht, welche Figuren es im Spiel gibt und woher sie stammen, findest du im Artikel alle LoL-Champions: Übersicht und Auswahl. TFT bedient sich an diesem Roster genauso wie das klassische LoL.
Wie sich TFT vom klassischen LoL unterscheidet
Auf Summoner’s Rift steuerst du einen Champion in Echtzeit: Du zielst mit Fähigkeiten, weichst aus, farmst und sprichst dich mit vier weiteren Leuten im Team ab. In TFT kämpfen die Einheiten selbst, du entscheidest, bevor der Kampf beginnt. Mechanischer Skill in Form von Zielen und schnellen Reaktionen fällt also weg und wird durch wirtschaftliche und strategische Entscheidungen ersetzt: was du kaufst, was du loswirst, wann du ein Risiko eingehst.
Der zweite grundlegende Unterschied liegt darin, mit wem du spielst. LoL ist ein 5v5-Teamspiel, in dem dein Ergebnis auch von deinen Mitspielern abhängt. TFT ist ein Spiel einer gegen sieben: Du gewinnst oder verlierst für dich allein, niemand kann dich carryen oder dir in den Rücken fallen. Auch die Dauer einer Partie ist deutlich anders: Ein normales Spiel auf Summoner’s Rift dauert etwa 25 bis 40 Minuten, eine TFT-Partie ist in der Regel kürzer und vor allem in ihrer Länge besser vorhersehbar, weil sie nicht davon abhängt, wie schnell ein Team snowballt.
Und schließlich stellt sich die Frage, was du in TFT eigentlich lernst. Während dein Skill in LoL vor allem mechanisch wächst (Last Hitting, Kiting, Timing von Fähigkeiten), wächst in TFT vor allem dein Gespür für die eigene Lage: wann du stark bist, wann schwach, wann es sinnvoll ist, auf eine andere Aufstellung umzusteigen, weil die ursprüngliche nicht verfügbar ist.
So funktioniert das saisonale Set-System
TFT basiert nicht auf einem festen Satz aus Figuren und Mechaniken wie Summoner’s Rift, sondern läuft in Zyklen, die Sets heißen. Jedes Set mischt neu, welche Champions im Spiel sind, welche Traits sie haben, wie die Augment-Mechaniken aussehen und wie die Arena rund um das Brett gestaltet ist. Wenn ein Set endet, wird die gesamte Meta zurückgesetzt, und es geht praktisch bei null mit anderen Regeln los.
Dieser Zyklus ist der Grund, warum es sich lohnt, auch nach einer Pause zu TFT zurückzukehren: Es geht nicht darum, ein für alle Mal den „besten Build“ zu lernen, denn der gilt nach ein paar Monaten nicht mehr. Die Sets wechseln historisch etwa alle drei bis fünf Monate. Aktuell (zum Datum am Ende des Artikels) läuft Set 18 mit dem Untertitel Enchanted Wilds, ein Waldthema mit der Mechanik Wisps und Traits rund um Riftbeasts und Elderwood.
Genau deshalb zielt dieser Artikel nicht auf konkrete Aufstellungen oder Tier Lists zum aktuellen Set, denn die veralten mit dem nächsten Balance-Patch. Langfristig gültig bleibt das Prinzip: Achte darauf, welche Traits das Set bietet, probier mehrere Richtungen aus und verlass dich nicht darauf, dass eine Aufstellung, die im letzten Set funktioniert hat, auch im nächsten funktioniert.
Worauf du TFT spielen kannst
TFT läuft am PC als Teil des League-of-Legends-Clients. Wenn du LoL installiert hast, steht dir TFT kostenlos und ohne weiteren Download zur Verfügung. Eine Anleitung, wie du den Client bekommst, findest du im Artikel League of Legends herunterladen und installieren.
Neben dem PC hat TFT auch eine eigenständige Mobile-App für Android und iOS, die Riot knapp ein Jahr nach der PC-Version veröffentlicht hat. Mobile- und PC-Spieler treffen außerdem in denselben Lobbys aufeinander: TFT hat volles Crossplay zwischen den Plattformen, du spielst also gegeneinander, egal ob dein Gegner am Rechner sitzt oder in der Straßenbahn auf dem Handy spielt. Das Spiel ist auf beiden Plattformen Free-to-play, bezahlt wird nur für Kosmetik: Skins fürs Brett, Emotes und die sogenannten Little Legends, also Avatare, die dich auf dem Brett repräsentieren.
So fängst du an, wenn du vom klassischen LoL kommst
Der schnellste Einstieg ist, ein paar normale (Unranked-)Spiele zu spielen, bevor du ins Ranked gehst. TFT hat ein eigenes Tutorial direkt im Client, das dich durch die Grundmechaniken von Kaufen, Leveln und Carousel führt. Deine Champion-Kenntnisse aus LoL helfen dir, dich schneller bei den Figuren zurechtzufinden, aber der Skill überträgt sich nur teilweise: Lerne, Traits und Ökonomie zu lesen, nicht nur die Namen der Figuren.
Ein guter Anfang ist, darauf zu achten, was dir das Spiel im Shop anbietet, und die Aufstellung danach zu bauen, was fällt, statt von der ersten Minute an eine bestimmte Kombination zu erzwingen. Wer an einem festen Plan festhält, egal was er tatsächlich bekommt, verliert meist gegen Spieler, die improvisieren können. Vergiss in den ersten Spielen auch nicht, die Bretter der Gegner zu beobachten: Was bei ihnen funktioniert, zeigt oft, was im aktuellen Set stark ist.
FAQ
Nein. TFT ist ein eigenständiges Spiel, und die Regeln lassen sich ohne ein einziges Match auf Summoner’s Rift lernen. Champion-Kenntnisse helfen dir, dich schneller bei Aussehen und Namen der Figuren zurechtzufinden, aber die Mechaniken des Autobattlers musst du separat lernen.
Ja, am PC und auf dem Handy. Bezahlt wird nur für Kosmetik: Skins, Emotes und Little Legends. Spielinhalte und Ranked stehen allen Spielern kostenlos zur Verfügung.
Ja, TFT hat volles Crossplay. Mobile- und PC-Spieler treffen in denselben Lobbys aufeinander und spielen ohne Einschränkungen gegeneinander.
Kleinere Balance-Patches erscheinen im Grunde regelmäßig während des gesamten Sets. Die große Veränderung kommt mit einem neuen Set, das verfügbare Figuren, Traits und Mechaniken komplett neu ordnet. Die Sets wechseln historisch etwa alle drei bis fünf Monate.
Am PC ja, TFT läuft als Teil des LoL-Clients. Auf dem Handy nein, dort lädst du die eigenständige App Teamfight Tactics herunter, unabhängig davon, ob du LoL am PC überhaupt installiert hast.
Acht. Du spielst für dich allein gegen die übrigen sieben, und das System lost dir in den einzelnen Runden nacheinander verschiedene Gegner aus der Lobby zu, bis nur noch ein Spieler übrig ist.
Stand der Angaben: 22. August 2026. TFT ist ein Live-Spiel mit regelmäßigen Balance-Patches und saisonalem Wechsel der Sets, deshalb lassen wir konkrete Aufstellungen und Traits in diesem Text bewusst weg. Dafür gibt es spezialisierte Tools und die aktuellen Patchnotes. Wenn dich der mobile Ableger von League of Legends mit klassischem 5v5-Gameplay interessiert, schau dir Wild Rift: League of Legends auf dem Handy an. Wer dagegen physische Karten aus demselben Universum sucht, findet sie im Artikel Riftbound: Was es ist und wie man es spielt. Alle Artikel zu League of Legends findest du in der Übersicht League of Legends.

