Vampire Crawlers im Test

Vampire Crawlers im Test

Nach dem Erfolg von Vampire Survivors, das 2021 ein ganzes Subgenre definiert hat, meldet sich Luca Galante alias poncle zurück, und er versucht nicht, dasselbe Rezept zu wiederholen. Vampire Crawlers ist eine Mischung aus actionreichem Überleben und strategischem Deckbau, die von der ersten Minute an klarmacht, dass ihre Wurzeln tief in der Roguelike-Tradition liegen.

9von 10

Testbericht

Vampire Crawlers

Ein Karten-Roguelike vom Macher von Vampire Survivors, das nach sieben Stunden genauso packt wie nach der ersten Minute.

Genre
Karten-Roguelike
Entwickler
poncle (Luca Galante)
Release
21. April 2026
Plattformen
PC, PS5, Xbox, Switch
Mikrotransaktionen
Keine

Das gelingt

  • Combo Stack verleiht den Kämpfen Tiefe
  • Musik von Yoko Shimomura
  • Meta-Progression im Village belohnt auch Niederlagen

Das hakt

  • Combo Stack wirkt anfangs übermächtig
  • Mobile Versionen noch in Arbeit
  • Endless Mode bisher nur versprochen

Getestet auf PC · native Ultrawide-Unterstützung

Was ist Vampire Crawlers eigentlich?

Ein von Castlevania inspiriertes Retro-Design, ergänzt um moderne Elemente. Das Spiel erschien am 21. April 2026 für PC, PS5, Xbox Series und Switch, und schon beim Steam Next Fest im Februar war klar, dass das Interesse riesig sein würde. Tausende gleichzeitige Spieler und begeisterte Reaktionen bestätigten, dass poncle genau weiß, welche Saite der Spielerpsychologie er anschlagen muss.

Es bietet diese besondere Art von Befriedigung, bei der du dich aus dem Nichts in eine unaufhaltsame Maschine zur Monstervernichtung verwandelst, und das in einem ultraschnellen Tempo, in dem das Wort Turbo den Ton angibt.

Story und Atmosphäre

Die Atmosphäre ist gotisch, düster und dabei seltsam optimistisch. Die Story spielt keine Hauptrolle, aber die Welt steckt voller Details und Anspielungen. Jeder Pixelgegner und jede Umgebung strahlt Liebe zum Genre aus. Das Spiel versucht nicht, etwas zu sein, das es nicht ist; es ist eine aufrichtige Hommage an alte Spiele, die mit Einfachheit und sofortiger Spielbarkeit fesselt.

Ein großer Teil des Erlebnisses ist die Musik. Das Hauptthema hat Yoko Shimomura komponiert, deren Arbeit an Kingdom Hearts oder Final Fantasy 15 man in jedem Ton hört. Der Soundtrack verleiht dem Spiel einen epischen Anstrich, der dich weitermachen lässt, selbst mit dem letzten Lebenspunkt.

Die eigene Erfahrung sagt mehr als ein Absatz voller Lob: Geplant war, das Spiel kurz anzutesten, am Ende wurden es sieben Stunden am Stück.

Gameplay und Mechaniken

Im Kern steht ein rundenbasierter Kartenkampf. Wer Balatro oder Slay the Spire gespielt hat, fühlt sich sofort zu Hause, nur ist das Tempo hier deutlich höher. Du startest mit einem kleinen Deck aus Angriffs- und Verteidigungskarten, sammelst durch das Erledigen von Monstern Erfahrung und wählst mit jedem Level eine Karte für dein Deck.

Die Karten gibt es in sieben Farbkategorien: Rote greifen an, blaue verteidigen, gelbe geben Boni auf Werte. Entscheidend sind aber die Edelsteine, mit denen du Angriffskarten verbesserst. Ein Bonus auf dreifache Angriffskraft macht einen enormen Unterschied und rettet dir in Bosskämpfen die Haut.

Die Strategie dreht sich um die Verwaltung von Mana, das sich jede Runde auffüllt. Planst du es schlecht, stehst du wehrlos da. Und genau hier kommt die wichtigste Neuerung ins Spiel, der Combo Stack: Spielst du Karten in aufsteigender Reihenfolge nach Manakosten, bekommst du einen Schadensmultiplikator. Anfangs wirkt das übermächtig, in späteren Phasen ist das richtige Verketten von Combos Voraussetzung fürs Überleben.

Außerhalb der Dungeons verbringst du Zeit im Village, wo du mit Münzen dauerhafte Verbesserungen kaufst und deinen Crawler auswählst, einen Helden mit eigener Waffe und eigenen Boni. Nach und nach schaltest du bis zu fünfzehn Relikte frei, die komplexe Mechaniken hinzufügen, etwa Arcana-Karten oder das Leeren einer ganzen Etage per Knopfdruck.

Die Meta-Progression macht den Unterschied

Was Vampire Crawlers von Dutzenden anderen Klonen trennt, ist die Tiefe der Meta-Progression. Jeder gescheiterte Run belohnt dich nicht nur mit dem Gefühl „nächstes Mal klappt es“, sondern mit echter Währung, die du im Village in deinen Charakter investierst. Auch nach zehn Stunden entdeckst du immer noch neue Wege, die Fähigkeiten deines Crawlers mit freigeschalteten Karten zu kombinieren.

Technisch passt alles: Das Spiel unterstützt vom ersten Tag an nativ Ultrawide-Auflösungen, was in einem Genre, in dem der Überblick über das Spielfeld entscheidend ist, einen kleinen, aber spürbaren Vorteil bringt. Und der Entwickler hat Demut bewiesen: Seit der Demo beim Next Fest hat das Spiel Balance-Anpassungen direkt nach dem Feedback der Spieler bekommen, einschließlich der Schwierigkeit in späten Phasen und der Länge der Runs.

Fazit

Vampire Crawlers gehört zu den Spielen, die dich nicht vom Rechner weglassen. Poncle hat erneut gezeigt, dass er versteht, was an einem Roguelike süchtig macht: Das Spiel ist fair, tiefgründig und dabei zugänglich für Einsteiger. Mit 161 Achievements und stetigem Dopamin-Nachschub hat es das Potenzial, Hunderte Stunden zu unterhalten.

Die Sorge, dass der Combo Stack das Spiel kaputtmacht, zerstreut die Tiefe der späten Phasen schnell. Und es ist erfrischend, ein Spiel zu sehen, das nicht entstanden ist, um Spielern Mikrotransaktionen abzupressen: Alle Inhalte werden durch Spielen freigeschaltet. 9/10.

Angaben geprüft zum 7. September 2026. Der versprochene Endless Mode und weitere Verbesserungen sind noch nicht erschienen, die Wertung kann sich mit neuen Inhalten also noch nach oben verschieben. Weitere Testberichte: Sengoku Dynasty, Heroes of Science and Fiction, Diablo 4: Lord of Hatred und Samson. Alles Weitere findest du in der Rubrik Testberichte und Anleitungen in der Rubrik Spielguides.

FAQ

Wie funktioniert der Combo Stack?

Er belohnt das Ausspielen von Karten in aufsteigender Reihenfolge nach Manakosten. Dafür bekommst du einen Schadensmultiplikator, der für das Erledigen stärkerer Gegner entscheidend ist.

Ist das Spiel für Deckbuilder-Einsteiger geeignet?

Ja. Es hat übersichtliche Tutorials und ein Lerntempo, das so abgestimmt ist, dass du die Mechaniken beim Spielen nach und nach verinnerlichst.

Enthält das Spiel Mikrotransaktionen?

Nein. Alle Inhalte werden durch Spielen freigeschaltet, genau wie beim Vorgänger Vampire Survivors.

Wofür sind Edelsteine da?

Zum Verbessern von Angriffskarten. Sie können drastische Boni hinzufügen, zum Beispiel dreifachen Schaden oder Spezialeffekte bei einem Treffer.

Für welche Plattformen ist das Spiel erschienen?

Am 21. April 2026 für PC (Steam), Xbox Series X/S, PlayStation 5 und Nintendo Switch. Mobile Versionen sind in Vorbereitung.

Angaben geprüft zum 7. September 2026. Der versprochene Endless Mode und weitere Verbesserungen sind noch nicht erschienen, die Wertung kann sich mit neuen Inhalten also noch nach oben verschieben. Weitere Testberichte: Sengoku Dynasty, Heroes of Science and Fiction, Diablo 4: Lord of Hatred und Samson. Alles Weitere findest du in der Rubrik Testberichte und Anleitungen in der Rubrik Spielguides.

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